1. Schlüssiges Leistungsportfolio

Folgendes – völlig unwahrscheinliche – Szenario könnte das heterogene Leistungsportfolio dieses Unternehmers erklären:

Am Anfang stand die Belieferung der Kunden mit Heizöl. Einige von ihnen nutzten dann irgendwann die brennbaren Eigenschaften dieses Stoffes dazu, verfängliche Akten mittels beschleunigter Verbrennung der Vernichtung zuzuführen. Da sich dabei immer wieder unkontrolliert Feuer ausbreitete, wurden Feuerlöscher benötigt, deren Einsatz dazu beitrug, dass nicht gleich das ganze Büro abfackelte. Und vor Freude darüber, sich auf diese Weise erfolgreich dem Zugriff von Strafverfolgungsbehörden entzogen zu haben, bestellten sich viele Kunden anschließend eine Hüpfburg, auf der sie mit Belegschaft und Familie ausgedehnt feierten.

Andere Vorschläge?

Meine ehrliche Meinung: da hat sich jemand mit ganz großem Pragmatismus den sich wandelnden und sehr unterschiedlichen Anforderungen seiner Kundschaft angepasst, ohne auf die Schlüssigkeit seiner werblichen Botschaft zu achten. Einer, der vieles kann und einfach anbietet, was der Markt braucht. Davor ziehe ich meinen feuersicheren Helm.

2. Ironische Selbstdiskriminierung

Da wirbt jemand, ganz im Ernst, mit seinem eigenen Nachnamen. Dass dieser in der Vergangenheit zugleich als Kategoriebegriff für Menschen mit maximaler Hautpigmentierung verwendet wurde, noch dazu oft mit herabsetzender oder sogar rassistischer Konnotation, hat allerdings dazu geführt, dass seine Verwendung inzwischen als diskriminierend und nicht angemessen empfunden wird. Schon diese beiden Tatsachen erzeugen eine ganz eigene kommunikative Spannung.

Dazu kommt ein an den längst in den Ruhestand beförderten „Sarotti-Neger“ erinnerndes Piktogramm, das zwei besonders bedenkliche Symbole für das Klischee des unterdrückten und versklavten schwarzen Menschen enthält: die (M)ohren-Ringe und das geschwungene Arbeitswerkzeug.

Und dann folgt auch noch die eindeutige Angabe der Website des „singenden Dachdeckers“, die auf jeden Zusatz verzichtet, der den Familiennamen in den Kontext einer beruflichen Tätigkeit stellen könnte: die URL lautet keineswegs „www.dachdecker-neger“ oder „www.fassaden-ernst“, sondern schlicht und einfach „www.neger.de“.

Und auch das imponiert mir: Der Mann hieß schon immer so, Gott weiß warum, so wie andere Familien schon immer Kackebart, Notdurft, Massengeil oder Saufklever hießen (mehr dazu unter: http://www.kaiwranik.de/namen/nachnamen.htm). Und er steht nicht nur dazu, er spielt sogar mit der neuralgischen Mehrdeutigkeit, weil er den kommunikativen Mehrwert für seinen Handwerksbetrieb erkannt hat. Und auch deshalb hat er überhaupt keinen Grund, für seinen Betrieb schwarz zu sehen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Tom Eisenlöffel