In früheren Jahrtausenden war Informationsweitergabe nur entweder mündlich oder in Form von niedergeschriebenen Texten möglich; ersteres immer nur zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt und nicht beliebig oder identisch „replizierbar“, letzteres an die Voraussetzung gebunden, die Schriftsymbole auch dechiffrieren, sprich: lesen zu können. Man hatte also entweder das große Glück, live mit dabei zu sein, wenn der Häuptling im nächtlichen Schein des Lagerfeuers in ergreifenden Worten von der letzten Jagd berichtete, oder man gehörte – kulturgeschichtlich etwas später – zu einer privilegierten Minderheit, die über besonderes Wissen verfügte, und damit über Macht, die große nichtlesende Mehrheit zu lenken.

Als Geburtsstunde des modernen Mediums Film gilt die Filmvorführung der Brüder Lumière am 28. Dezember 1895 in Paris. Danach ging es in großen Schritten von der Stummfilmzeit über die klassische Hollywood-Ära (die zunächst den Tonfilm, dann den Farbfilm mit sich brachte) in die filmgeschichtliche Neuzeit, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann. Das Vergnügen des Erstellens von bewegten Bildern blieb indes dank teurer und komplizierter Technik noch lange ein sehr elitäres.

Erst die Einführung der Videokassette in den 70er Jahren und dann der DVD in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts brachte ungeahnte Möglichkeiten der Erschaffung und Multiplikation bewegter Bilder auch für die breite Masse: begrenzte bis dahin die bescheidene Super-8-Technik die schöpferischen Möglichkeiten des privat Filmschaffenden, so eröffneten sich nun ganz neue Möglichkeiten für jedermann, genau das auf Magnetband oder Polycarbonat zu konservieren, was für ihn selbst von großer Bedeutung war oder was er der Welt schon immer mitteilen wollte.

Schließlich hat sich mit dem Siegeszug des Smartphones die Perspektive des Filmenden seit Beginn des neuen Jahrtausends dann noch einmal grundlegend weiterentwickelt: endlich kann ich auch mich selbst filmisch und dramaturgisch in den Mittelpunkt meiner Bilderwelt stellen. Das Selfie als Kunstgattung und milliardenfacher Ausdruck virtueller Körperlichkeit schafft neue ästhetische Kategorien, manche sagen: fragwürdige.

Mit dem modernen Bewegtbild und seiner – technisch inzwischen unkomplizierten – Herstellung ist eine bemerkenswerte mediale Demokratisierung eingetreten, deren Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, auch wenn wir in den sogenannten „Sozialen Medien“ täglich bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus mit ihrer Schattenseite konfrontiert werden.

Im didaktischen und werbepsychologischen Kontext ist wiederum ein anderer Aspekt beachtenswert. Durch die permanent auf uns einströmende bewegte Bilderflut hat sich die Art und Weise unserer kognitiven und intuitiven Informationsaufnahme grundlegend verändert. Für unsere Großeltern war die Tagesschau noch das einzige Format des Tages, an dem es zu einer unnatürlichen, konzentrierten Verdichtung visueller und akustischer Signale über einen Zeitraum von 15 Minuten kam, verbunden mit der Aufgabe, diese Informationsflut danach erstmal in Ruhe zu sortieren und zu bewerten.

Der modernde Mensch von heute ist dagegen im Schnitt 2-3 Stunden pro Tag mit interaktiver Live-Kommunikation via Facebook, WhatsApp oder Instagram beschäftigt, dem Betrachten von Videos und Clips auf YouTube, Filmen auf Netflix oder Amazon Prime oder mit Gaming an der Spielekonsole; unterwegs in zwar künstlichen aber ausgesprochen dynamischen Parallelwelten, deren zentrale Merkmale auf sofortige Aktivierung und Befriedigung des zerebralen Belohnungssystems ausgelegt sind: schnell nachvollziehbare Plots, monodimensionale Charaktere, immer rasantere Schnitte, spektakuläre Computereffekte.

Das bewegte Bild ist bis in den privatesten Bereich des Menschen hinein zu einem zentralen kommunikativen Medium geworden, nach Belieben replizierbar, multiplizierbar, optimierbar, manipulierbar. Der moderne Mensch hat in einem evolutionären Quantensprung innerhalb weniger Generationen die Fähigkeit entwickelt, über bewegte Bilder gebündelt und konzentriert Überblickswissen zu erlangen oder sich mit wenigen für eine Beurteilung oder Entscheidung notwendigen Informationen zu versorgen. Und das zu einem für ihn passenden Zeitpunkt, in einer angenehmen Situation und mit der Freiheit, mit dieser Information so zu verfahren, wie er es möchte.

Diesem veränderten Rezeptionsverhalten tragen auch zahlreiche Bewegtbilder-Konzepte des modernen Marketings und Vertriebs Rechnung: Vom Unternehmens- und Imagefilm über Produkt- und Vertriebs-Schulungsfilme oder How-to-videos bis hin zu Webinaren und Youtube-Influenzer-Clips vereinfachen bewegte Bilder die multisensuale Rezeption von Sachinformationen und/oder schaffen eine hochdynamische und sofortige Emotionalisierung und Identifikation.

Damit wir die Kunden unserer Kunden zielgenau und effizient dort erreichen, wo sie besonders aufnahmebereit sind, legt unsere Digital-Unit einen ihrer Leistungsschwerpunkte auf die Entwicklung und Umsetzung bewegter Bilder in diversen aktuellen Formaten.

Wenn das ein Thema ist, das auch Sie bewegt, schicken Sie mir doch einfach einen kurzen Film. Eine geschriebene Mail oder ein altmodischer Telefonanruf wären aber auch völlig in Ordnung.

Herzliche Grüße,

Ihr Tom Eisenlöffel